Im neuen Bundestag sind Handwerker weiterhin eine Minderheit. Laut einer Analyse der Deutschen Handwerks Zeitung ziehen nur rund 40 Personen mit einem Bezug zum Handwerk ins Parlament ein.
Das entspricht knapp sieben Prozent der Abgeordneten – ein Wert, der die geringe Präsenz dieser Berufsgruppe in der Politik deutlich macht.
Parteien und regionale Schwerpunkte
Die Auswertung zeigt interessante Unterschiede zwischen den Fraktionen. Die AfD stellt mit 26 Abgeordneten die meisten Vertreter mit Handwerkshintergrund, gefolgt von der Union mit 8 und der SPD mit 4. Regional betrachtet kommen die meisten handwerksnahen Parlamentarier aus Bayern (9), gefolgt von Sachsen (7) und Niedersachsen (6). Diese Verteilung spiegelt möglicherweise die starke handwerkliche Tradition in diesen Bundesländern wider.
Insgesamt haben 41 Mitglieder des Bundestags (MdB) einen handwerklichen Hintergrund oder eine Nähe zum Handwerk. Davon sind jedoch nur sechs Handwerksmeister – ein Rückgang im Vergleich zum 20. Bundestag, in dem noch sieben Meister vertreten waren. Besonders bei der SPD und den Linken ist die Zahl der Abgeordneten mit Handwerksbezug deutlich gesunken.
Wer zählt als „Handwerker“?
Die Analyse berücksichtigt nicht nur aktive Handwerker, sondern auch Personen, die eine Ausbildung in einem handwerksnahen oder verwandten Beruf abgeschlossen haben – selbst wenn sie inzwischen in anderen Bereichen tätig sind. Die Abgrenzung zum Industrie- oder Dienstleistungssektor war dabei nicht immer eindeutig. Um ein umfassendes Bild zu zeichnen, wurden daher auch Berufe einbezogen, die dem Handwerk nahestehen.
Fazit: Handwerk bleibt politisch unterrepräsentiert
Die Zahlen verdeutlichen, dass das Handwerk im Bundestag nur schwach vertreten ist. Angesichts der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedeutung dieser Branche wirft das Fragen auf: Fehlt es der Politik an Praxisnähe? Die sinkende Zahl handwerksnaher Abgeordneter könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Verbindung zwischen Handwerk und politischer Entscheidungsfindung weiter schwindet.